Berufsbild & Ausbildung in der Schweiz

Physician Assistant – das Bindeglied im Behandlungsteam

Ein akademisch ausgebildeter Gesundheitsberuf, der Ärztinnen und Ärzte entlastet und zwischen Patienten, Pflege und ärztlichem Dienst vermittelt. Als Bachelor-Lehrgang (B.Sc.), angepasst für das Schweizer Gesundheitssystem.

Bachelor of Science 9 Trimester berufsbegleitend Angepasst ans Schweizer Gesundheitssystem Start jeweils im Oktober
Physician Assistant bei einer medizinischen Untersuchung
Das Berufsbild

Was ist ein Physician Assistant (Physician Associate)?

Der Physician Assistant (PA) ist ein junges, akademisches medizinisches Berufsbild. In der Schweiz wird er als „Physician Associate“ bezeichnet (teils auch klinische Fachspezialist:innen). Aufgrund seiner Qualifikation ist er zwischen Pflegepersonal und Ärzteschaft einzuordnen und bildet das Bindeglied zwischen Patienten, Pflegekräften und Ärztinnen und Ärzten.

Die zentrale Aufgabe besteht darin, Ärztinnen und Ärzte von Routine- und delegierbaren Tätigkeiten zu entlasten, damit diese mehr Zeit für ihre Kernaufgaben – insbesondere die intensive Patientenversorgung – gewinnen. Physician Assistants handeln auf ärztliche Anordnung und führen die an sie delegierten Aufgaben eigenständig aus – sowohl in der unmittelbaren Patientenversorgung als auch im organisatorisch-administrativen Bereich. In den USA und im angloamerikanischen Raum ist das Berufsbild seit Jahrzehnten etabliert, in den Niederlanden seit rund zwei Jahrzehnten; in der Schweiz und Deutschland ist es vergleichsweise neu.

Tätigkeitsfeld

Welche Aufgaben übernimmt ein Physician Assistant?

Das Tätigkeitsfeld basiert auf ärztlicher Delegation. Die übertragenen Aufgaben werden selbstständig ausgeführt und reichen von der direkten Patientenversorgung bis zur Dokumentation.

Anamnese & Untersuchung

Erhebung der Krankengeschichte, erste körperliche Untersuchung und Durchführung notwendiger Untersuchungen wie der Sonographie.

Mitwirken bei Eingriffen

Assistenz im OP (z. B. erste oder zweite Assistenz) sowie Mitwirkung bei komplexen medizinischen Prozeduren.

Diagnose & Behandlungsplan

Mitwirkung beim Erstellen der Diagnose und beim Behandlungsplan, den sie zuvor mitgestaltet haben.

Kommunikation

Gespräche mit Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen – als konstante Bezugsperson im Team.

Dokumentation & Arztbrief

Führen der Dokumentation und Verfassen des Arztbriefes – ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung des ärztlichen Dienstes.

Organisation & Qualität

Administrative und organisatorische Aufgaben, Prozesskoordination sowie Beiträge zum Qualitätsmanagement.

Einordnung

PA, Arzt oder Assistenzarzt – wo liegt der Unterschied?

Ein Physician Assistant ist weder Ärztin/Arzt noch Assistenzärztin/-arzt. Die Abgrenzung ergibt sich aus Ausbildung, Abschluss und Berechtigungen.

Physician Assistant
Bachelor of Science aus einem eigenständigen Studium. Handelt auf ärztliche Delegation und führt übertragene Aufgaben selbstständig aus. Keine Approbation.
Ärztin / Arzt
Absolviert ein mehrjähriges Medizinstudium mit Staatsexamen und erhält anschliessend die Approbation zur eigenverantwortlichen Ausübung des Arztberufs.
Assistenzärztin / -arzt
Wörtlich heisst „Physician Assistant“ zwar „Arztassistent“, ist aber kein Assistenzarzt. Assistenzärzte haben ein abgeschlossenes Medizinstudium und befinden sich in der Facharztweiterbildung.
Ausbildung für die Schweiz

Der Weg zum Physician Assistant B.Sc.

Der in Deutschland bewährte PA-Lehrgang wurde von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) für die Schweiz weiterentwickelt und auf das Schweizer Gesundheitssystem abgestimmt. So entstand der Lehrgang Physician Assistance (B.Sc.) – in der Schweiz auch als Ausbildung zum Physician Associate bekannt.

In 9 Trimestern in Teilzeit lässt sich der akademische Grad Bachelor of Science erwerben. Wie die meisten Studiengänge schliesst das Studium mit einer Bachelorarbeit ab, die mündlich „verteidigt“ wird. Mit deren Bestehen sowie allen Modulprüfungen dürfen sich die Absolventinnen und Absolventen Physician Assistant B.Sc. nennen.

Die Studieninhalte orientieren sich an denen eines Medizinstudiums.

Auf einen Blick

  • Abschluss: Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Dauer: 9 Trimester, berufsbegleitend in Teilzeit
  • Träger: Fachhochschule des Mittelstands (FHM)
  • Ausrichtung: angepasst ans Schweizer Gesundheitssystem
  • Studienstart: jeweils im Oktober
  • Abschlussarbeit: Bachelorarbeit mit mündlicher Verteidigung

Studieninhalte

Die Module decken ein breites medizinisches und gesundheitsökonomisches Spektrum ab:

Anatomie Innere Medizin Allgemeine Chirurgie Notfallmedizin Diagnostik Prävention & Rehabilitation Dokumentation & Qualitätsmanagement Grundlagen der BWL Medizinrecht Gesundheitswesen Wissenschaftliches Arbeiten Projektmanagement Gesundheits- & Vergütungssysteme Medizinische Praxis bis zum OP-Einsatz
Zulassung

Zugangsvoraussetzungen

Abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitswesen

Eine dreijährige abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf, beispielsweise als Pflegefachperson HF.

Nachweis Hochschulzugang

Und/oder ein Nachweis über die Hochschulzugangsberechtigung, etwa Matura bzw. Berufsmatura Gesundheit.

Herkunft & Verbreitung

Ein etabliertes Modell erreicht die Schweiz

Was in der Schweiz noch neu ist, hat sich international längst bewährt. Der Blick auf USA, Niederlande und Deutschland zeigt, wie sich das Berufsbild entwickelt hat.

seit Jahrzehnten

USA & angloamerikanischer Raum: fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung.

seit ~20 Jahren

Niederlande: im Gesundheitssystem etabliert, auch in der ambulanten Versorgung.

seit 2005

Deutschland: erster Studiengang; heute über 20 Hochschulen an mehr als 40 Standorten.

seit Oktober 2026

B.Sc.-Lehrgang, angepasst ans Schweizer Gesundheitssystem durch Fachhochschule des Mittelstands (FHM) DE.

Perspektiven

Ein Beruf mit Zukunft

Ärztemangel und steigende Patientenzahlen verlangen nach neuen Berufsbildern, die zur Sicherung der medizinischen Versorgung beitragen. Nachfrage und Ausbildungsangebot wachsen entsprechend.

Wachsende Nachfrage

Immer mehr Kliniken und ambulante Einrichtungen suchen Physician Assistants – die Zahl offener Stellen steigt.

Ambulant & stationär

Neben dem Krankenhaus gewinnt der ambulante Sektor – Praxen und Gesundheitszentren – zunehmend an Bedeutung.

Weiterbildung & Master

Der Bachelor qualifiziert für aufbauende Masterstudiengänge und Spezialisierungen – bis hin zu Wechseln in Pharma, Medizintechnik oder Public Health.

Hinweis für die Schweiz: Die Integration des Berufsbilds befindet sich im Aufbau – unter anderem ist die Abbildung im Abrechnungssystem (TARDOC) noch in Entwicklung.

Häufige Fragen

PA – kurz erklärt

Ist ein Physician Assistant eine Ärztin oder ein Arzt?

Nein. Ein PA absolviert ein eigenständiges Bachelorstudium (B.Sc.), zum Beispiel an der FHM. Ärztinnen und Ärzte studieren Medizin, schliessen mit der eidgenössischen Prüfung ab und erhalten das eidgenössische Arztdiplom. Für die eigenverantwortliche Tätigkeit brauchen sie zusätzlich einen Weiterbildungstitel und eine kantonale Berufsausübungsbewilligung. Der PA handelt auf ärztliche Delegation.

Wie lange dauert der Lehrgang für die Schweiz?

Der für die Schweiz angepasste Lehrgang umfasst 9 Trimester und wird berufsbegleitend in Teilzeit absolviert. Er schliesst mit dem Bachelor of Science ab.

Welche Voraussetzungen brauche ich?

In der Regel eine dreijährige abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf (z. B. Pflegefachperson HF) und/oder eine Hochschulzugangsberechtigung (Matura bzw. Berufsmatura Gesundheit).

Mit welchen Arbeitszeiten muss ich rechnen?

Häufig arbeiten Physician Assistants in Kernarbeitszeiten (etwa Frühdienst), um als konstante Bezugsperson auf Station zu unterstützen. Je nach Abteilung und Bedarf sind aber alle Dienstmodelle möglich – etwa ein Dreischichtsystem in der Notaufnahme.

Was verdient ein Physician Assistant in der Schweiz?

Für Physician Associates existiert derzeit kein schweizweit einheitlicher Lohn und keine allgemein zugängliche amtliche Lohnstatistik mit einer klar abgegrenzten Berufsgruppe. Der Lohn hängt insbesondere von der Vorqualifikation, Berufserfahrung, Funktion, Verantwortung, Einsatzgebiet, Arbeitgeber, Pensum und Region ab.

Physician Associates Switzerland (PAS), der Berufsverband der Physician Associates in der Schweiz, hat auf Grundlage einer Umfrage im Frühjahr 2026 eine differenzierte Lohntabelle mit Empfehlungen erstellt. Sie berücksichtigt unter anderem Berufserfahrung, Ausbildungsweg, Beschäftigungsgrad und kantonale Unterschiede.

Allgemeine Online-Lohnrechner können eine grobe Orientierung geben, sind für dieses noch junge Berufsprofil aber mit Vorsicht zu interpretieren: Die Datensätze ordnen Berufsbezeichnungen teilweise uneinheitlich zu. Daher sollten sie nicht als verbindliche PA-Lohnreferenz verwendet werden.

Hat das Berufsbild Zukunft?

Ja. Ärztemangel und steigende Patientenzahlen erfordern neue Berufsbilder. Nachfrage und Ausbildungsangebot wachsen – im stationären wie im ambulanten Sektor.

Kann ich mich nach dem Bachelor weiterbilden?

Ja. Der Bachelor qualifiziert für aufbauende Masterstudiengänge und Spezialisierungen. Das vertieft das Fachwissen, erweitert Einsatzgebiete und verbessert die Karriere- und Verdienstperspektiven.

Weiterführende Informationen

Vertiefen & vernetzen

Rund um das Berufsbild Physician Assistant / Physician Associate gibt es weitere Fachquellen, Verbände und Weiterbildungsangebote. Diese externen Anlaufstellen bieten vertiefende Informationen:

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Jetzt informieren

Lernen Sie den Schweizer Lehrgang kennen

In einem kostenlosen Online-Informationsanlass stellen wir den Studiengang kurz vor – mit anschliessend genügend Zeit für Ihre Fragen. Durchgeführt mit Studiengangleiter Prof. Dr. Christopher Grieben, Antonette Indlekofer-Murzynski und Heinz Süess.

Gerne senden wir Ihnen auch die Unterlagen zum Schweizer Studiengang Physician Assistance zu.

Online-Infoanlass
23. Oktober 2026, 16:00 Uhr

Online via MS Teams – wir senden Ihnen den Link nach der Anmeldung zu.

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